White Balance Installation

Installation | Ping-Pong-Bälle, Videomonitor in Galeriemöbel, Foto | 2008

Die Ausstellung «White Balance» verbindet performative Ausganssituationen mit obtischen Bezüge des Raum und gibt so dem gezeigten poetischen Dimension.

Tritt man durch die Türe mit der etwas zu tief liegenden Türfalle in den Ausstellungsraum, so erscheint der von Grund auf sehr helle Raum noch heller und lichter als gewohnt. Der Boden ist übersäht von unzähligen Ping-Pong-Bällen. Das Aufprallen eines Ping-Pong-Balles irgendwo ist zu hören. Es erinnert an das Ticken einer Uhr, doch folgt es einem eigenen Rhythmus und weist eher auf eine aus dem Tack geratene Uhr. Später entdeckt man einen kleinen, weissen Tisch. Die in die Schublade eingebaute Videoinstallation zeigt einen Ping-Pong-Ball, der aus dem Innern des Tisches imaginär in den Raum springt. Es ist eine Umkehrung: vom Virtuellen Raum werfen sich “Dinge” in den materiellen Raum.

Überhaupt wird man mit einer Erfahrungswelt der Instabilität und des Verrücken der Dinge konfrontiert und ist ganz auf die eigene Wahrnehmung und Handlungsweise zurückverwiesen. Wie soll man mit diesen Ping-Pong-Bällen umgehen, die lose auf dem Galerienboden herumliegen? Wie soll man vorangehen? Auf Zehenspitzen? Im Slalom? Oder ganz einfach die Bälle wegkicken?

Der Aspekt des Sinn suchenden jedoch stets im Sinnlosen verhaftenden Aktionen sind auch in den gezeigten Videoarbeiten zu sehen. Anders ausgedrückt ist es ein stetes Kreisen um das instabile Gleichgewicht. Der Fall ist schon immer mit von der Partie (Party).

Die gezeigten Arbeiten haben allesamt eine physischen Ausgangslage. Ruth Baettig inszeniert, agiert, filmt und fotografiert selber. Es ist ein sich werfen in eine ausgedachte, vorgestellte Situation, die durch die Aktion Realität wird.